Kindereien
Motte trinkt morgens grundsätzlich Tee. Und da ich nur für Tees einen eigenen Schrank habe (es sind geschätzt ca. 40 Sorten) dauert das morgendliche Aussuchen des Favoriten schon einmal mehrere Minuten.
Ärgerlich, wenn Motte beim Frühstück nur am Tee nippt und ihn dann stehen lässt. Zumal sie meiner Meinung nach im Moment sowieso nicht genug trinkt.
Als sie heute morgen frisch gewaschen und umgezogen im Wohnzimmer herumturnte, erinnerte ich mich an ihre noch halbvolle Tasse: Spatz? Denkst du noch an deinen Tee?
Motte schaut angestrengt: Siehst du Mama, ich denke gerade ganz fest daran.
BlondesGift - 2009.08.18, 20:51
Kindereien
"Kinderpsychatrie" - obwohl unauffällige schwarze Buchstaben auf einem weißen Schild scheinen sie sich dennoch in meine Augen zu brennen, kommt es mir vor, als klängen sie laut in meinen Pupillen, der Widerhall hängt noch lange in meinem Kopf nach.
Motte tatsächlich auf ADHS untersuchen zu lassen ist ein Schritt, der mir unglaublich schwer gefallen ist. Schon lange haben meine Eltern mir gesagt, ich solle es in Angriff nehmen, doch warum sollte ich mein Kind womöglich mit Medikamenten vollstopfen, nur weil ich mit seinen Wutausbrüchen nicht klar komme?
Der letzte Elternsprechtag jedoch hat mir den nötigen Antrieb gegeben: Motte "verkauft sich unter Wert", sagt ihre Lehrerin, es fällt ihr unglaublich schwer, konzentriert zu arbeiten, stört oft den Unterricht, hat Probleme mit dem Sozialverhalten, die Noten sind grottenschlecht, sie hat keine Freunde.
Innerhalb weniger Wochen hatte ich dann einen Termin in der Kinderpsychatrie.
Kinderpsychatrie - was für ein Wort ... es krampft mir das Herz zusammen.
Lange Gespräche mit der Psychologin, nun stehen viele Tests an, abwarten, was sie ergeben.
Vom Vater keine Hilfe zu erwarten, für ihn ist das, was ich gerade mache, der größte Humbug und Zeitverschwendung. Glücklicherweise habe ich den HMZ an meiner Seite.
BlondesGift - 2009.07.13, 20:12
Kindereien
Meinem Kind habe ich seinerzeit definitiv den falschen Namen verpasst.
Ihr Name bedeutet übersetzt: die Anmutige in Gottes Gnade-die Reine. Besser hätte ich sie jedoch seinerzeit Lucia oder Lucie nennen sollen. Diese Namen bedeuten "die Erleuchtete, das Licht".
Nicht, daß ich damit sagen will, daß mein Kind besonders helle ist (sie bewegt sich da wohl im ganz normalen Durchschnitt) - nein, wo sie auch ist, überall schaltet sie die Festbeleuchtung an. Und lässt sie dann auch an. Egal, ob sie in dem Zimmer ist oder nicht.
So komme ich oft ins Wohnzimmer, geblendet von Deckenlampen und Stehleuchte sehe ich vor meinem inneren Auge nur den Stromzähler Saltos schlagen.
Hoffentlich heiratet sie einen Aufsichtsratsvorsitzenden eines elektrischen Versorgungsbetriebs.
Oder wenigstens einen findigen Elektriker, der am Zähler vorbei Stromkabel verlegen kann ;o)
BlondesGift - 2009.03.25, 18:58
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Klar, Mittelohrentzündung - recht heftig sogar. Eine ganze Nacht mit einem vor Schmerzen weinenden und am Schluß kötzelnden Kind verbracht.
Mir ist immer noch unklar, wie die ME sich so schnell ranschleichen konnte, normalerweise ist Motte vorher einige Tage lang erkältet, aber diesmal kam sie ohne Umwege.
Die ganze Woche muss Motte zuhause verbringen, Papa fällt als "Aufsicht" aus, Oma und Opa diesmal auch, da mein Vater erst letzte Woche aus dem Krankenhaus entlassen wurde.
Und somit bleibe ich bis Freitag mal zuhause. Wird ja von der Krankenkasse übernommen (natürlich nicht voll *grummel*), deshalb hat die Chefetage nicht krumm geguckt. Dumm nur, daß mein Kram wieder komplett liegen bleibt und ich dafür ab nächste Woche wieder ein wenig mehr rotieren darf.
Hoppala, ich wollt ja gar nicht jammern - schließlich habe ich keine Ohrenschmerzen.
BlondesGift - 2009.02.10, 18:39
Kindereien
... Ohrenschmerzen bei Motte. Und sie werden immer heftiger ...
Also morgen früh erst mal zum HNO. Und somit nicht zur Arbeit.
Mein Chef wird begeistert sein. Shit!!!
Mein armes Mäuschen tut mir so leid ... :o(
BlondesGift - 2009.02.09, 20:58
Kindereien
Motte darf mit ihrem Taschengeld machen, was sie will - sie entscheidet selbst, wofür sie es ausgibt und wenn sie nichts mehr hat, dann hat sie halt Pech gehabt und muss warten, bis sie am Sonntag die nächste "Auszahlung" bekommt.
Als wir uns heute verabschiedeten, wollte sie nicht direkt zur Schule, sondern noch in den kleinen Dorfsupermarkt, um sich etwas zu kaufen. Zeit genug hatte sie, also bitte schön.
Ich selbst schlurfte auch noch durch den Laden, um mich mit Multivitaminsaft für die nächsten Tage einzudecken. Als ich an die Kasse kam, sah ich dort schon eine kleine Schlange, vorne meine verschüchtert dreinblickende Tochter und eine hektisch gestikulierende Kassiererin, die mich direkt zu sich heranwinkte, als sie mich erkannte.
Motte hatte sich irgendein Püppchen ausgesucht, daß 5,99 € kosten sollte. Über Sinn oder Unsinn solcher Anschaffungen diskutiere ich nicht mit ihr (s.o.), also soll sie es kaufen, wenn sie genug Geld dabei hat - und sie hatte genug Geld dabei: alles in einem großen Beutel, lauter 5 und 2 Cent-Stücke.
Die Kassiererin zeterte herum, daß sie so viel Kleingeld nicht annehmen müsse, die Schlange hinter uns wurde auch schon ungeduldig - ich selbst ließ mich von der Hektik anstecken, brummte meine Tochter mürrisch an, was sie sich dabei gedacht habe und erklärte mich bereit, das Geld noch einmal zu zählen, während die Kunden hinter uns bereits abgefertigt waren.
In fliegender Eile (es war kurz vor Schulbeginn) zählte ich mich bis zu 6 € durch (so wie auch Motte es zuhause anscheinend gestern abend schon gezählt hatte) und warf vorsichtshalber von mir noch einmal 10 Cent dazu, drückte Motte ihr Spielzeug in die Hand und schickte sie schnell zur Schule. Verwirrt schaute sie mich beim Hinausgehen an - und mich packte das schlechte Gewissen. Ich wusste, was in ihrem Kopf vorging, schließlich war es, auch wenn es nur Kleingeld war, für sie sehr viel Geld und sie konnte die Aufregung überhaupt nicht verstehen.
Nach mir zählte die Kassiererin noch einmal, fuhr mich zwischendurch unfreundlich an, so viel Kleingeld würde sie nicht noch einmal annehmen, hätte ich es vorher gerollt, wäre es kein Problem gewesen.
Ich erwiderte, was das denn bitte schön für ein Unsinn sein solle: würde ich es vorher rollen, könne sie auch nicht sicher sein, daß der Betrag stimmen würde. Sicherlich könne ich verstehen, daß sie nicht die Zeit dafür habe, alles nachzuzählen, aber trotzdem solle sie sich bewusst machen, daß dieser "Kleinkram" auch Geld wäre.
Sie hat sich übrigens in dieser Zeit mehrfach verzählt ... mir jedoch dann geglaubt, daß es auf jeden Fall genug sei, das Püppchen zu kaufen.
Mir tut es jetzt wahnsinnig leid, daß ich mich von der Hektik habe anstecken lassen - mit Motte werde ich dieses Thema auf jeden Fall wieder aufgreifen, mich dafür entschuldigen und ihr gleichzeitig erklären, warum die Kassiererin so sauer war.
BlondesGift - 2008.12.16, 08:41
Kindereien
Motte hat ihren ersten Liebesbrief bekommen. Stolz zeigt sie ihn mir.
Mamaaaaaaaaaa, der hat aber drei Schreibfehler da drin gemacht!
Mein liebes Kind, bei einem Liebesbrief schaut man nicht nach den Rechtschreibfehlern ;o)
BlondesGift - 2008.10.19, 18:24
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Mamaaaa, ich wünsche mir, daß der M. mein Papa ist.
Ich hatte schon damit gerechnet, daß Motte irgendwann etwas in der Art sagen würde. Der Mann an meiner Seite kommt prima mit ihr aus, beschäftigt sich lange und gerne mit ihr, hat eine Engelsgeduld und hat sie wirklich sehr gerne. Das ihr so etwas gut tut, merkt man ihr gut an: seitdem er zu uns gehört, sind Zickereien bei ihr nur noch minimal, sie ist stets gut gelaunt, freut sich schon tagelang auf unsere gemeinsamen Wochenenden.
Er ist so ganz anders, als ihr eigener Vater ...
Obwohl mich ihre Aussage nicht überrascht, erschreckt sie mich doch ein wenig und ich versuche gegenzulenken:
Krümel, du hast doch einen Papa. Und der wäre sehr traurig, wenn er so etwas hören würde. Schließlich hat er dich lieb.
Nein, Mama, der Papa, der meckert immer nur mit mir, der hat mich gar nicht lieb.
Doch, mein Schatz, der Papa hat dich sicherlich lieb. Er kann es nur nicht zeigen ...
BlondesGift - 2008.09.22, 13:19
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Wenn man ein Kind bekommt, dann plant man ja alles mögliche an Mehrkosten ein, die so ein kleiner Fratz im Laufe seines Lebens produziert: Nahrungsmittel, Kleidung, Spielsachen, Bildung und und und ...
Worauf mich seinerzeit jedoch nie jemand hingewiesen hat: ein Kind verbraucht Unmengen an Toilettenpapier. Oder vielleicht ist auch nur mein Kind so.
Wenn ich alleine bin, komme ich mit einer Rolle Klopapier gut und gerne eine Woche aus - ist Motte da, reicht sie nur knapp zwei Tage. Dabei ist mein Hintern viel dicker als ihrer. ;o)
BlondesGift - 2008.09.22, 12:50
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Mamaaaa, ich werde jetzt auch bald heiraten. Dann suche ich mir einen Millionär und dann habe ich genug Geld. Du brauchst dann auch nicht mehr zu arbeiten, weil du immer bei mir wohnen kannst.
Hmmm, ist Motte mit diesen Gedanken auf dem richtigen Weg?
Aber lieb, daß sie bei ihrer Zukunftsplanung auch an ihre alte Mutter denkt ;o)
SingleMama - 2008.07.30, 14:05
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